Dienstag, 15. Mai 2018

Die Ermordung des Commendatore II von Haruki Murakami - Rezension

⭑⭑⭑⭑⭑
Dumont Verlag
496 Seiten
Roman
1. Band
*Herzlichen Dank an den Dumont Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Dieser zweite Band mit dem Untertitel 'Eine Metapher wandelt sich' fügt sich nahtlos an den ersten Teil an, weshalb ich euch empfehlen kann, wenn ihr den ersten Teil noch nicht gelesen habt und dies gerne noch tun möchtet, dies zu tun, bevor ihr hier weiterlest!

Wir steigen direkt wieder in die Geschichte ein mit unserem namenlosen Protagonisten. Er wohnt noch immer in der Hütte im Wald, der Schrein ist noch immer geöffnet und der Commendatore lässt sich auch hin und wieder blicken. 
Wie mit Menshiki, seinem Nachbar und wohl dem, was einem Freund noch am nächsten kommt, abgemacht, porträtiert er die junge Marie. Menshiki möchte sie gerne kennenlernen, da sie möglicherweise seine Tochter ist. Sie ist eine kluge und aussergewöhnlich aufmerksame Dreizehnjährige und bemerkt schnell, dass Menshiki etwas zu verbergen hat. Mit dem Maler versteht sie sich jedoch sehr gut und führt während der Arbeit am Portrait immer wieder lange, wenn auch nicht unbedingt tiefgründige Gespräche mit ihm. Marie erinnert den Protagonisten an seine früh verstorbene Schwester, weshalb er sich sehr gerne mit ihr unterhält.
Allerdings hat er mit der Entdeckung des versteckten Bildes von Tomohiko Amada einen Kreis geöfnnet der mysteriöse Ereignisse mit sich zieht und als Marie verschwindet, weiss er, dass ihm keine Wahl bleibt, als diesen Vorgang rückgängig zu machen und dafür muss er weit gehen...


Ich fand den direkten Wiedereinstieg in die Geschichte sehr angenehm und der Übergang war wirklich fliessend. Im Prinzip haben wir mit dieser Dilogie ein Buch, das einfach materiell in zwei Bücher aufgeteilt wurde - so fühlt es sich auf jeden Fall an. 

Murakami begeistert auch in diesem Buch wieder mit seinen detailreichen Beschreibungen von alltäglichen Gegebenheiten, Geräuschen und Lebewesen, die wir vor lauter Gewohnheit gar nicht mehr wahrnehmen und erst dank grossartiger Schrifsteller wie ihm, wieder daran erinnert werden. 
Die Handlung, die mit der Zeit doch einiges an Fahrt aufnimmt, wird nicht in den Mittelpunkt gerückt, sondern die Geschichte lebt mehr von der vermittelten Atmosphäre. 

Nun, auch nachdem ich den zweiten Teil gelesen habe versuche ich aus dem Geflecht aus "Ideen", "Metaphern" und "Doppelmetaphern" einen Sinn zu ziehen, komme aber zu keinem konkreten Schluss und frage mich, ob diese Gestalten einfach als Gestaltungselemente zu sehen sind, falls jemand von euch eine These dazu hat, ich würde mich freuen davon zu hören!

Wie so oft bei Murakami stehen wir an der Schwelle zwischen Wirklichkeit und einer parallelen Scheinwelt, wobei die Grenzen nicht eindeutig gezogen werden können, was wohl auch nicht die Absicht sein sollte. Genau diese Art des Darstellens von übernatürlichen Elementen, die nahtlos und ohne weiter hinterfragt zu werden in die Geschichte einfliessen, genau das liebe ich so sehr an den Erzählungen von Murakami. 

Als Leser findet man sich wieder in einer für Murakami typischen 'Welt' wieder, die doch ganz anders ist als alles was man bereits von ihm kennt. Eine Palette an Eindrücken, Erlebnissen und Gefühlen werden gemischt und wie ein Kunstwerk in eine perfekte Kompostion gebracht. Auf jeden Fall hat Murakami wieder eine sehr lesenswerte Geschichte abgeliefert die ich euch sehr empfehlen kann! 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für deinen Kommentar! Bitte beachte, dass beim Absenden eines Kommentars, dieser und deine personenbezogenen Daten erfasst werden. Weitere Infos dazu findest du in meiner
Datenschutzerklärung und der Datenschutzerklärung von Google