Samstag, 21. April 2018

Im Bann des Ozeans von Robert Hofrichter - Rezension

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Gütersloher Verlagshaus
240 Seiten
Sachbuch

Anfang des Jahres, habe ich begonnen, mich für Sachbücher zu interessieren, und habe mich im April den Ozeanen zugewandt. 
Robert Hofrichter schreibt in seinem Buch über die Vielfalt der Meere im Detail. Von der Enstehung von Tsunamis und Monsterwellen, über die Klischees von Delfinen bis zum Leben in der Tiefsee. Ich habe auf jeden Fall sehr viel mitgenommen, obwohl das Buch mich nicht zu 100 Prozent überzeugen konnte. 

Das Buch ist sehr angenehm in grössere Kapitel mit vielen kürzeren Unterkapiteln eingeteilt. Bei jedem neuen Kapitel findet sich ein Zitat, das in irgendeiner Weise mit dem folgenden Inhalt zu tun hat, was mir sehr gut gefallen hat. Auch diese waren sehr vielfältig, informativ und unterhaltsam. 

Hofrichter spannt einen riesigen Bogen über jeglichen Bereich, der mit den Ozeanen zu tun haben könnte - und integriert eine Unmenge an unnötigem Wissen, dass man immer mal gebrauchen kann. 
Übrigens, wusstet ihr, dass das Tote Meer nicht zu den Ozeanen gezählt wird, aufgrund seines hohen Salzgehaltes?

Hofrichter erklärt viele verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse und Phänomene so, dass auch Laien es gut verstehen können. Jeweils an schönen Beispielen oder mit Humor illustriert. Dennoch wird es mit der Zeit etwas trocken und langatmig. 
Meiner Meinung nach ist es unmöglich die umfassende Gewalt der Weltmeere in ein Buch zu packen und Hofrichter hat ausserdem sehr weit ausgeholt und dementsprechend die meisten Bereiche nur gestreift. Es hätte mir sehr viel besser gefallen, wenn er sich auf weniger Aspekte konzentriert, diese jedoch mit unterschiedlichen Perspektive und im Detail erläutert hätte. 

Spannend fand ich die unfassbare Interdisziplinarität des Buches bzw. der Meere. Es treffen Geologen auf Biologen auf Ethno- und Soziologen auf Geschichstwissenschaftler, das ist wirklich faszinierend. 

Trotz der Langatmigkeit habe ich auch sehr viel über die Netzwerke und Abhängigkeiten des menschlichen Lebens bzw. des Landes von den Ozeanen erfahren, was mir noch einmal gezeigt hat, wie wichtig es ist, dass wir dieser Lebensraum mit der grössten Biodiversität schützen und unterstützen (oft am besten, indem wir es einfach in Ruhe lassen!).

Besonders gut haben mir die Kapitel zu den Meeresbewohnern gefallen! Zuerst spricht er über die winzig kleinen Lebewesen und deren ausgetüftelte Verteidigungs- und Kampftechniken, bevor er zu den Meeresriesen kommt und einige Vorurteile negiert. 
Ausserdem hat mich das Kapitel über die Tiefsee sehr gut unterhalten, für mich war das echt wie eine Art Krimi und liess sich total flüssig lesen!

Im Grossen und Ganzen ein sehr vielfältiges Buch! Einerseits in der Vielzahl der Themen und Aspekte, zum anderen aber auch in der Schreibweise: Teilweise ist es sehr trocken bzw. wissenschaftlich geschrieben, aber es gibt auch Kapitel die sich lasen wie ein Roman und sehr spannend waren. Für dieses Buch wird auf jeden Fall viel Gedult und Ausdauer benötigt, die meiner Meinung nach, jedoch auch lohnenswert sind. 

*Coverbild


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