Montag, 16. April 2018

Das Tagebuch der Anne Frank

Hallo liebe Bücherbegeisterte!

"Stell dir vor, wie interessant es wäre wenn ich einen Roman vom Hinterhaus herausgeben würde. Nach dem Titel allein würden die Leute denken, dass es ein Detektivroman wäre. 
Aber im Ernst, es muss ungefähr zehn Jahre nach dem Krieg schon seltsam erscheinen, wenn erzählt wird, wie wir Juden hier gelebt, gegessen und gesprochen haben. Auch wenn ich dir viel von un erzähle, weisst du trotzdem nur ein kleines bisschen von unserem Leben." (S. 233)

Ich glaube es war vor acht Jahren ungefähr, als ich mit dem Religionsunterricht in der Schule eine Reise nach Amsterdam gemacht habe, um auf den Spuren von Anne Frank die Stadt zu erkunden. Dazu gehörte natürlich auch das berühmte und sehr beeindruckende Anne Frank Haus. Im Vorfeld haben wir auch die Verfilmung des Tagebuchs gesehen, aber das lässt sich nciht vergleichen mit der Erfahrung, die ich gegenwärtig mit dem Buch gemacht habe. 

Bereits vor Jahren wollte ich das Tagebuch von Anne Frank lesen, der Moment war aber irgendwie nie gekommen. Als meine Cousine vor ein paar Monaten erzählt hat sie läse es gerade, wusste ich, dass der Zeitpunkt da war, und ich habe es von ihr ausgeliehen. 

Anne kommt mit ihrer und einer weiteren Familie mit 12 oder 13 Jahren in das Hinterhaus der Firma ihres Vaters. Dort leben sie für zwei Jahre, bevor sie (vermutlich) verraten und in Konzentrationslager gebracht werden. Von den sieben Menschen, die sich mit Anne versteckt haben, überlebt nur ihr Vater, Otto Frank, der schliesslich auch ihr Tagebuch veröffentlicht hat. 

Anne hat das Gefühl alleine und unverstanden zu sein, weshalb sie sich ein Tagebuch wünscht, dem sie alles anvertrauen kann. Sie schreibt "Kitty" fast täglich Briefe, die von ihrem Leben, ihren Sorgen und Gedankengängen handeln. Damit habe ich sehr viel über das Leben von ihr und ihrer Familie im Hinterhaus erfahren. Was die Probleme und Schwierigkeiten waren, wenn man zwei Jahre ununterbrochen aufeinander lebt. 
Was mich wirklich ungemein fasziniert hat, an Annes Briefen ist die Positivität und Hoffnung die sie vermitteln. Sie gibt nicht auf, versucht trotz ihren jugendlichen Sorgen immer dankbar zu sein, dafür, dass sie die Chance hat auf ein Leben, im Gegensatz zu vielen anderen Juden zu dieser Zeit. Sehr spannend sind auch die zwei Seiten von Anne: Einerseits ist sie ein Mädchen, das langsam erwachsen wird und dementsprechende Sorgen, Gefühle und Probleme hat. Auf der anderen Seite ist jedoch bereits sehr entwickelt und denkt unglaublich rational und realistisch. Sie ist sich durchaus bewusst, dass sie jederzeit entdeckt werden können, aber trotzdem liest und lernt sie mit grossem Eifer, um nach dem Krieg wieder in die Schule zurückzukehren, ohne zurückzufallen. 

"O ja, ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen. Ich will den Menschen, die um mich herum leben und mich doch nicht kennen, Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben, auch nach meinem Tod." (S.238)

Des weiteren war ich beeindruckt von ihren Träumen und Zielen: Sie wollte Schriftstellerin werden und das wäre ihr mit Sicherheit auch gelungen. Sie schreibt im Hinterhaus viele Geschichten (eine Sammlung von diesen ist im Fischer Verlag erschienen) und auch die Tagebucheinträge sind spannend, abwechslungsreich und gleichsam humorvoll. Dieses Mädchen hatte bereits mit ihren 14 Jahren ein grosses Talent zu schreiben, dass sie sicherlich noch weit gebracht hätte. 

Das allerschlimmste für mich während dem Lesen war, zu wissen wie die Geschichte endet. Annes Freude und Hoffnung wächst enorm im Sommer 1944, kurz bevor sie abgeholt werden und das war wirklich schwierig zu lesen und hat mich sehr berührt. 

Auf jeden Fall ist mir mit diesem Tagebuch noch einmal bewusst geworden, wie viel Glück ich habe, einfach nur leben und studieren zu dürfen. Mich frei bewegen zu können und die Natur zu geniessen. Ich habe auch begonnen mir täglich mindestens etwas aufzuschreiben, für das ich dankbar bin, was ich wirklich empfehlen kann. 
Ich möchte nun unbedingt noch ein weiteres Mal nach Amsterdam in das Hinterhaus, denn als ich es gesehen habe, war ich wirklich noch viel zu jung, um die ganze Situation zu erfassen und ich hätte das Tagbuch zuvor lesen sollen. 
Ich möchte euch unbedingt ans Herz legen Annes Tagebuch zu lesen, denn es ist so berührend, tragisch und schön zugleich. 







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