Dienstag, 6. Februar 2018

Kain und Abel von Jeffrey Archer - Rezension

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Heyne Verlag
731 Seiten
Familiendynastie 

Ich denke kaum jemandem sagt der Name Jeffrey Archer nichts. Bereits seit langer Zeit steht der erste Band der Clifton Saga auf meiner to Read Liste und auch schon auf meinem Regal, aber es hat mich nie so richtig interessieren können. Aber als ich entdeckte, dass Kain und Abel überarbeitet und neu herausgegeben wird, konnte ich mich nicht zurückhalten. Und es hat sich gelohnt. Dieses Buch konnte mich total in den Bann ziehen und ich kann es kaum erwarten, den zweiten und den letzten Band der Trilogie zu lesen! 

Ich finde es unglaublich schwierig, den Inhalt der Geschichte auf den Punkt zusammen zu fassen, ich gebe mir aber Mühe es zumindest zu versuchen: 

Wladek, ein vermeintlicher Waise macht eine lange, schwierige Reise durch, bis er in die USA kommt. Dort knüpft er Kontakte und übernimmt nach einem Suizid die Leitung der Hotelgruppe Richmond. Dieser Selbstmord war keine Seltenheit während der grossen Depression und Wladek, mittlerweile unter Abel bekannt, gibt die Schuld einem Mann: William Kane. Dessen Leben ist bereits vor seiner Geburt komplett durchgeplant: Eliteschule und Uni und dann Direktor der Bank seines Vaters Kane & Cabot. Dadurch geraten die beiden mittlerweile einflussreichen Männer aneinander und machen sich gegenseitig das Leben schwer, um sich für die Vergangenheit zu revanchieren. Das Schicksal beschliesst ihnen jedoch keinen ruhigen Lebensabend zu gönnen, sondern konfrontiert sie mit einer gemeinsamen Zukunft, die wohl kaum abzuwenden ist.

Ich liebe den Aufbau von Familiendynastien. Im Normalfall verfolgen wir mehrere Generationen einer oder mehrerer Familien in einem historischen Setting. Auch hier wird uns die gesamte Kindheit und Jugend von William und Abel bis zu ihrem Tode erzählt. Wir erfahren auch viel über die Eltern von William Kane und gegen den Schluss auch über Florentyna, die Tochter von Abel. Dennoch ist es wohl vergleichsmässig eine kurze Zeitspanne, die im ersten Band der Trilogie beschrieben wird. 

Jeffrey Archer hat einen sehr flüssigen, bildhaften Schreibstil, der zusammen mit der Geschichte dazu geführt hat, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Geschichte hatte mich völlig in den Bann gezogen und ich wollte unbedingt wissen, wohin uns die beiden Männer noch führen werden. Der Überraschungseffekt konnte dem Autoren immer wieder gelingen, ich war nie vorbereitet auf einen neue Wendung und war immer wieder völlig schockiert. 

Beide Männer waren mir total unsympathisch, wie sie teilweise mit ihren Familien umgehen konnte ich nicht verstehen, wobei ich Williams Verhalten noch anständiger fand, als das von Abel. Ausserdem kann ich mich mit keinem von beiden wirklich identifizieren. Dies hat mich allerdings nicht davon abgehalten, die Geschichte voller Spannung zu verfolgen. 
Was mir besonders gut gefallen hat, sind die verhältnismässig wenigen Charaktere. In Familiendynastien kommt meistens eine riesige Sammlung an Personen zusammen, was mich immer wieder verwirrt. In Kain und Abel wird das Problem einfach gelöst, indem es relativ wenig Charaktere hat. 

Thematisch greift das Buch sehr viel historische Ereignisse aus dem 20. Jahrhundert auf: Der erste Weltkrieg und der zweite, in dem beide Männer sich freiwillig melden, wie auch die bereits erwähnte grosse Depression und deren Folgen. Ausserdem die haufenweise Immigration der Europäer nach Amerika. 
William Kanes Leben stellt das perfekte Beispiel einer klassischen Familie dar, mit konkreten Vorstellungen und Repräsentationsformen. Bereits als junger Knabe hat er eine Affinität für Zahlen, verfolgt bereits mit 8 Jahren den Börsenmarkt und legt selbst Geld an. 

Ich war tatsächlich etwas verwirrt, da der deutsche Titel Kain und Abel ist. Ich habe mich gefragt, ob das wohl einen Zusammenhang mit der Geschichte aus der Bibel hat. Im Prinzip könnte es tatsächlich sein, die Geschichte wird im Buch auch tatsächlich erwähnt. Falls ihr mehr darüber wisst, würde ich mich sehr über ein Kommentar freuen!

Der erste Band der Reihe hat mit 700 Seiten bereits eine mega Länge, was ich aber kaum bemerkt habe, da ich das Buch einfach so gefeiert habe! Ich kann euch dieses Buch von ganzem Herzen empfehlen! 

Vielen herzlichen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar












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