Samstag, 17. Februar 2018

Die Ermordung des Commendatore I von Haruki Murakami - Rezension

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Dumont Verlag
477 Seiten
Roman, Surrealismus
Der Protagonist des ersten Bandes von Die Ermordung des Commendatore wird von seiner Frau überraschend verlassen und beschliesst seine Anstellung als Porträtist aufzugeben und einige Zeit lang in einer einsamer Hütte im Wald zu leben. Auf diese Weise möchte er sich wieder sammeln und vor allem malen, nicht für Aufträge, sondern allein für ihn. Doch dann erhält er einen Anruf von seiner Agentur mit einem verlockenden Angebot: Herr Menshiki möchte von ihm gemalt werden und bietet eine grosszügige Entlohnung an. Nach einigem Überlegen nimmt er an und zwischen ihm und Menshiki entwickelt sich eine zarte Freundschaft basierend auf einem intuitiven Vertrauen.  

Ich habe mich total auf das neue Buch von Haruki Murakami gefreut und das nicht umsonst! Ich hatte kaum eine Ahnung davon, was mich in diesem Buch erwarten wird und er konnte mich mal wieder überzeugen!

Wie so oft bei Murakami ist unser Protagonist männlich, wurde verlassen bzw. ist einsam und ein Einzelgänger. Er möchte seine Existenz verstehen und seinem Leben einen Sinn geben. Er ist verwirrt, dass seine Frau ihn verlassen hat, da für ihn das Eheleben im Prinzip gestimmt hat. Lange Zeit kann er über kaum etwas anderes nachdenken, als über seine Ex-Frau und die Zeichen die es gegeben hat, die er übersehen hat. 

Die Hütte in der der Protagonist lebt, findet er ein bislang unbekanntes Werk von einem berühmten japanischen Künstler, dem das Haus gehört. Es strahlt eine grosse Faszination auf ihn aus und er kann sich kaum mehr davon abwenden. Das Gemälde mit dem Titel die Ermordung des Commendatore, scheint keinerlei Ähnlichkeit mit dem Stil des Künstlers aufzuweisen und der Protagonist macht sich auf die Suche nach dessen Bedeutung. 
Mit der Anfertigung von Menshikis Porträt, findet er einen eigenen Stil, er lernt seine Stärken einzusetzen und die Persönlichkeit des Abgebildeten facettenreich und unkonventionell darzustellen. 

Menshiki ist ein aussergewöhnlicher Mann, von dem der Protagonist kaum etwas weiss. Er möchte gerne mehr über ihn erfahren und beauftragt seine Freundin damit, einige Infos herauszufinden. Aber ob er diesen Einschätzungen trauen kann und will, ist fraglich. 

Murakamis Schreibstil ist wie immer nüchtern und gleichzeitig doch emotional. Er verwendet einfache Sätze, vermittelt mit diesen aber eine grosse Menge an Gefühlen. Ich habe eine unglaubliche Spannung wahrgenommen und konnte das Buch kaum mehr zur Seite legen. 
Ich bin buchstäblich durch das Buch geflogen. Die Geschichte, der Schreibstil und die Dialoge waren in einer tollen Balance, die ein gutes Buch für mich ausmacht. Wenn es etwas gibt, dass Murakami kann und das beweist er immer wieder, ist es erzählen.  

Wie immer integriert Murakami einige surreale Aspekte, deren Rolle ich bisher noch nicht ganz ausmachen konnte, aber hoffe, dass sie im zweiten Teil mehr Sinn für mich geben. 

Ich bin bereits ungemein gespannt auf den zweiten Teil, der im April erscheinen wird und wundere mich, was Murakami da für uns bereit halten wird.

Vielen herzlichen Dank an den Dumont Verlag, für das Rezensionsexemplar!

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