Donnerstag, 1. Februar 2018

Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones von Rick Cohen - Rezension

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btb Verlag
507 Seiten
Roman, Biographie


Rick Cohen nimmt uns mit auf eine Reise mit den Rolling Stones. Er begleitete sie auf einer Tour in den 90er Jahren und berichtet in diesem Buch über viel mehr als nur eine Band.



Ich möchte kurz noch sagen; ich bin kein grosses 
Rolling Stones Fangirl. Ich kenne einige ihrer Songs und finde die super, aber das wars. Dennoch, diese Band ist Kult. Ich wollte gerne mehr über die Hintergründe und das Leben dieser Männer, aber vorallem auch über die Ära des Rock'n'Roll erfahren. Und genau das hat mir Rick Cohen geliefert. 

Geschrieben in einem journalistisch angehauchtem Schreibstil, zeigt der Autor dem Leser eine vergangene Welt. Gemeinsam gehen wir auf eine Zeitreise in eine verganene Ära, in der die Menschen noch davon überzeugt waren, ein neuer Song könne jedes Problem lösen. 

Wir erfahren viel über die Hintergründe der Band. Über ihre Entstehung und ihre vielen Veränderungen in den Besetzungen. Ausserdem auch, wie es für sie war, der Gegenpol der Beatles zu sein, die zu dieser Zeit schon Weltbekannt und gewissermassen auch ein Vorbild waren. Aber nicht nur das, ohne die Beatles wäre der erste selbstgeschriebene Song der Stones nicht entstanden! 
Die Anfänge der Band fand ich aussergewöhnlich interessant. Sie haben als Coverband gestartet und erst viel später ihre eigenen Songs zu schreiben begonnen. Das war auch der Zeitpunkt, als Mick Jagger und Keith Richards langsam Brian Jones, der bis zu diesem Zeitpunkt gewissermassen der Anführer war, aus dem Rampenlicht drängten. 

Dieses Buch ist nicht nur die Geschichte einer Band, sondern die Geschichte eines Musikstils, die Geschichte des Rock'n'Rolls und einem damit einhergehenden Lebensstil, für den die Stones stellvertretend stehen. 
Natürlich haben die Stones nichts aus der Luft gegriffen, sondern auch sie hatten ihre Inspirationen und Vorbilder, und auch über die habe ich enorm viel erfahren und gelernt. 

Es geht viel um die Veränderung von der Band als Teil des Publikums zu Superstars die immer von Bodyguards begleitet werden. Mit dem Ruhm kommen oft auch die Drogen, besonders in dieser Zeit. Ich habe unglaublich viel darüber erfahren, was es bedeutet hatte in dieser Zeit Drogen zu nehmen und auch keine Drogen zu nehmen und was sie mit einem machen können!

Cohen geht differenziert auf die verschiedenen Charaktere ein, zeichnet sie nach und unterlegt die kleinen Biografien mit Anekdoten aus erster oder zweiter Quelle. Nun, nach der Lektüre habe ich ein klares Bild der einzelnen Bandmitglieder und auch von einzelnen Bekannten. 
Ich war sehr froh darüber, dass der Text immer wieder mit Bildern unterlegt war, denn ansonsten wäre es für mich schwierig gewesen zu jedem ein Gesicht zu haben. Ich empfehle ausserdem vor der Lektüre einen kurzen Blick in die Wikipedia oder Ähnliches, um die Namen auseinanderhalten zu können. Denn diese Band hat viele verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Produzenten und Mitgliedern durchgemacht, dass man schnell mal verwirrt wird. 

Ein Must-Read für jeden, der sich für Kulturgeschichte, vor allem an Musikgeschichte interessiert und etwas lernen möchte über einen Stil, der die Welt veränderte. Um das ultimative Leseerlebnis zu erfahren, empfehle ich eine Rock'n'Roll Playlist oder die Stones auf Endlosschleife. 

Vielen herzlichen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar



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