Sonntag, 10. Dezember 2017

Die Rückkehr des Buddha von Gaito Gasdanow - Rezension

⭑⭑⭑⭑⭑ dtv Verlag
220 Seiten

Ende der 1920er Jahre lebt ein junger russischer Student in Paris, der an Wahnvorstellungen leidet. Er driftet ab in fremde Welten und Vorstellungen, aus denen er nur mühsam wieder herausfindet. Als er Pawel Alexandrowitsch, den er als Bettler am Rande kennengelernt hat, wieder sieht, ist dieser ein reicher Mann. Die beiden freunden sich an und führen viele Gespräche. Eines Abends sprechen sie über den Tod und auch auf dem Nachhause Weg denkt der Student noch weiter darüber nach, was ein guter Zeitpunkt für sein Freund ist, zu sterben. Am nächsten Morgen ist Alexandrowitsch tot und sein goldener Buddha verschwunden. Er wurde in seiner Wohnung ermordet und der junge Freund muss sich vor der Polizei beweisen. Das Problem ist, dass er sich nicht mehr an die Gespräche des Abends erinnern kann, dass er der letzte gewesen ist, der ihn gesehen hat und offensichtlich, was dieser nicht wusste, das gesamte Vermögen des Verstorbenen erben wird. Er muss der Polizei zeigen, dass er unschuldig ist und jemand anderes für den Tod verantwortlich ist. Er begleitet die Ermittlungen mit vielen konstruktiven Überlegungen, fällt jedoch auch immer wieder in verschiedene Wahnwelten hinein. 

Nach der Thematik der Geschichte scheint es ein Krimi zu sein, allerdings ist es viel mehr als das. Es hat zwar Aspekte dieses Genres, doch verfolgt der Leser die Ermittlungen mit dem Protagonisten aus dem Gefängnis. Zusammen mit ihm stellt man Verdächtigungen an und kommt schnell auf eine mögliche Lösung. Obwohl, die Auflösung relativ offensichtlich ist, oder gerade deswegen, wird eine unheimliche Spannung aufgebaut. Ausserdem versucht der Student, der Polizei mit logischen Überlegungen, die allerdings von keinerlei Beweisen belegt sind klar zu machen, dass er unschuldig ist. 

Am Anfang der Lektüre war ich tatsächlich etwas verwirrt, ich fand mich nicht sofort in der Geschichte, sondern ich musste mich etwas hineinarbeiten. Die Mühe lohnt sich aber und die Geschichte ist speziell, doch ganz alltäglich und ein Kunstwerk der Erzählung. 

Schwierig war auf jeden Fall immer wieder die Unterscheidung zwischen Realität und Wahn. Es war nicht klar markiert, wann der Protagonist abdriftet und da diese Vorstellungen teilweise sehr absurd sind, hat das zu einigen Verwirrungen geführt, die allerdings im Nachhinein jeweils geklärt werden. 

Gaito Gasdanow schreibt schön ausschweifend und erzählerisch, was die Geschichte vorantreibt, da es eher eine ruhige Erzählform ist und wenig von Handlung lebt. Ich kann euch dieses Buch auf jeden Fall für eine kalte Winternacht empfehlen!

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

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