Montag, 18. Dezember 2017

Das Ohr des Kapitäns von Gisbert Haefs - Rezension

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Heyne Verlag
399 Seiten
Historischer Roman


Rafael Ortiz tritt als junger Mann in den Dienst von Belmonte auf dessen Schiff die Santa Catalina. Sie werden zu einem eingespielten Team und als sie freigekaufte Sklaven abholen müssen, ist unter diesen auch ein Ire. O'Leary behauptet, sein Vater habe während des Krieges bei ... einen Schatz gefunden und diesen versteckt, um ihn später holen zu gehen. Allerdings verstirbt er in der Zwischenzeit. In dem Lazarett war auch ein junger Dichter, Tobias Smollett, der die erste Anlaufstelle für die Männer darstellt um diesen geheimnisvollen Schatz zu finden. 

Der Heyne Verlag leistet immer und immer wieder super Arbeit mit der Buchgestaltung! Mit vielen Details wurde dieses wunderschöne Cover geschaffen, das die Geschichte visuell widerspiegelt. 

Gisbert Haefs Schreibstil hat mir im Prinzip sehr gut gefallen, er war fliessend ohne Ausschweife und hat die Geschichte vorangetrieben. 

Zwischenzeitlich gab es allerdings Phrasen, in denen rückblickend vom Krieg erzählt wurde. Im Stundentakt und eigentlich nur noch in Stichworten. Das fand ich sehr schade, ich hätte lieber einen gröberen aber dafür umfassenderen Überblick erhalten, als eine solche Aufzählung mit der ich wirklich wenig anfangen konnte. Ausserdem hatte ich das Gefühl es gab zwei gegensätzliche Arten wie die Geschichte erzählt wurde: Entweder so wie oben gesagt, detailliert ähnlich einer Auflistung oder grob überblickend und sehr entfernt von den Protagonisten. Gerade der Teil, wo die Charaktere auf der Suche nach dem Schatz sind wurde sehr ungenau und grob erzählt. 

Wie so oft in historischen Romanen hatte ich auch in diesem Buch meine Schwierigkeiten mich in die Geschichte hineinzu finden und mich zu verorten. Am Anfang kommen sehr viele Charakter ins Spiel und das in vielen verschiedenen Perspektiven und auch Zeiteinstellungen, was mich wirklich verwirrt hat uns sich eigentlich auch bis am Ende nicht wirklich für mich geklärt hat. 

Ich bin wirklich sehr interessiert an Geschichte, vor allem auch das 18. Jahrhundert finde ich sehr faszinierend und ich möchte auch gerne mehr erfahren. Mit diesem Buch hatte ich diese Hoffnung, dass die Atmosphäre und Lebensweise in dieser Zeit eingefangen und rekonstruiert und mir somit näher gebracht wird. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht. Auf jeden Fall erhält man als Leser einen grossen Einblick, mir fiel es jedoch schwer dies verschiedenen Eindrücke zusammen zu fügen und mir ein Gesamtbild zu machen. 

Obwohl der Schatz den es zu finden gab, schon vorher erwähnt wurde, war mir die Richtung und das Ziel, die die Geschichte einschlagen bzw. erreichen soll, bis über die Hälfte des Buches nicht klar und somit hat sich diese auch wirklich gezogen. 

Im Grossen und Ganzen fand ich das Buch interessant und unterhaltsam. Ich konnte in das Leben auf dem Meer eintauchen und habe erfahren, mit welchen Schwierigkeiten dieses Leben verbunden war. Die Sache mit dem Schatz war lange etwas nebensächlich bis sich die Geschichte plötzlich unglaublich beschleunigt hat und plötzlich war dies das Zentrum.  

Leider konnte mich Gisbert Haefs nur mittelmässig überzeugen und ich würde euch dieses Buch nicht unbedingt empfehlen. 

Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. 

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