Freitag, 20. Oktober 2017

Die Kieferninseln von Marion Poschman - Rezension


⭑⭑ Suhrkamp Verlag
164 Seiten
Handlung:
Nachdem Gilbert Sylvester träumt, dass seine Frau ihn betrogen hat, beschliesst er kurzerhand nach Japan zu reisen, um seinen Freiraum zu bekommen. Dort trifft er auf einen jungen Mann, der sein Leben beenden möchte und bereits ein Buch mit Tipps und Tricks dafür besitzt. Gilbert nimmt sich diesen Mann an und entschliesst sich eine spirituelle Pilgerreise in den Fusstapfen von Basho, einem japanischen Dichter und Vertreter der Dichtform des Haikus zu machen. Das Ziel dieser Reise sollen die Kieferninseln darstellen, die berühmt für ihre Schönheit sind. 

Meinung:
Dieses Buch stand auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis. Gewonnen hat allerdings Robert Menasse mit die Hauptstadt

Bereits das Cover hat mir sehr gut gefallen, es klang wie eine schöne Herbstgeschichte und ich habe vor allem von einigen Lesern gehört, dass es ihnen unglaublich gut gefallen hat.

Die Geschichte schreitet nur langsam voran und wird durch Haikus und theoretische Briefe an Gilbert Frau Mathilda ergänzt.
Wir beschäftigen uns stark mit dem Innenleben Gilberts über den Traum, seine Frau, denn jungen Begleiter. Wir erfahren viele Landschaftsbeschreibungen und auch die Gemütszustände der Protagonisten werden mit Naturbeschreibungen verglichen. Eine komische Ergänzung der Geschichte ist das universitäre Projekt, mit welchem sich Gilbert ernsthaft befasst: Es geht um die Bartkultur. In Japan scheint es selten zu sein einen Bart zu tragen und auch als schmutzig zu gelten. In diesem Sinne stellt der junge Begleiter Gilberts mit seinem Ziegenbärtchen eine interessante Opposition dar. 

Ich habe die Lektüre sehr genossen, allerdings war es eine relativ schwierige Sprache mit langen Schachtelsätzen und hat einzig aufgrund der Kürze des Buches keine grösseren Längen aufgezeigt. Inhaltlich konnte mich die Geschichte auf jeden Fall überzeugen und hat auch grossen Eindruck bei mir hinterlassen. 

Fazit:
Ich kann dieses Buch jedem Japaninteressierten empfehlen, der sich auch gerne mit der japanischen Gedichtform des Haikus auseinandersetzt und gerne Landschaftsbeschreibungen liest. 



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