Dienstag, 29. August 2017

Die Verbannte von Ismail Kadare - Rezension

⭑⭑⭑⭑

S. Fischer Verlag
205 Seiten
Kaufen

Handlung:
Wir befinden uns in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in Tirana, Albanien. Rudian Stefa, ein Schriftsteller beginnt eine Affäre mit einer jungen Frau. Allerdings scheint mit dieser Frau nicht alles zu stimmen, denn kurz darauf muss er sich vor der Ermittlungsbehörde verteidigen. Er kommt nicht darauf, dass das Ganze mit einer von ihm signierten Ausgabe seines Buches für ein unbekanntes Mädchen zu tun hat.

Meinung:

Ich versuche mich langsam etwas durch die Weltkarte zu lesen und das war mein erstes Werk, dass in Albanien spielt. Auf jeden Fall musste ich mich noch zu den Lebensumständen zu dieser Zeit in diesem Land schlau machen, denn darüber lernt man im Normalfall nicht gross etwas im Geschichtsunterricht.
Wir erfahren die Geschichte des Protagonisten, in einem sehr poetischen, ausschweifenden Schreibstil, oft auch mit Rückblicken. Leider kann das auch zu Verwirrungen führen, die jedoch immer wieder aufgeklärt wurden. Wir erfahren viel aus der Gedankenwelt des Autors und vor allem auch darüber, was es bedeutet nicht frei zu sein und zu welchen Methoden in der Verzweiflung gegriffen wird.  

Ismail Kadare hat dieses Werk für die jungen Mädchen geschrieben, die als Internierte in Lagern aufgewachsen und auch gestorben sind. Für alle, die auch nicht wissen, was es bedeutet interniert zu sein eine kurze Erklärung: Im kommunistischen Albanien wurde die Gesellschaft mithilfe von Spitzeln und Abhörung der Telefonen lückenlos überwacht. Über politische Häftlinge und mögliche Gegner des Staates und auch deren Familien, wurde eine Art Sperre (Internierung) verhängt: Sie mussten in unterentwickelten Dörfern, fern der Zivilisation leben und es wurde ihnen oft auch eine weiterführende Ausbildung verweigert.  Die Geschichte ist angelehnt an eine wahre Gegebenheit: Ein Mädchen, das tatsächlich als Internierte aufgewachsen ist und deren Tagebücher Kadare ebenfalls veröffentlicht hat. Das Buch schliesst mit einem erklärenden Nachwort von Joachim Röhm, des Übersetzers. 

Fazit:
Eine historisch sehr interessante Geschichte, toll aufgebaut, die jedoch mit viel Konzentration gelesen werden muss. 

Kommentare:

  1. Hallo Elodie,

    das ist toll, dass du dich an so ein Buch herangewagt hast! Klingt sehr interessant für mich. Von diesem Autor subbt bei mir noch "Die Pyramide", die ich schon lange gelesen haben wollte. Ich habe das Buch eigentlich noch für dieses Jahr auf meiner To-Read-Liste und hoffe, dass ich noch dazu komme!

    Kann man irgendwo sehen, wo du in der Weltkarte lesetechnisch schon alles warst? Ich habe mir extra dafür eine LESE-KARTE erstellt. Im Beitrag kommst du dann auch auf den Google-Link meiner Karte. :-) Viel Spaß beim Stöbern. Habe jetzt auch gleich mal deinen Blog per Mail abonniert, um nichts mehr zu verpassen.

    GlG vom monerl

    AntwortenLöschen
  2. Nach diesem Buch kann ich dir wirklich empfehlen, etwas von ihm zu lesen! Oh cool die schau ich mir auch mal an und lege mir vielleicht auch so eine zu, danke für den Tipp!
    Liebe Grüsse
    Elodie

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für deinen Kommentar! Bitte beachte, dass beim Absenden eines Kommentars, dieser und deine personenbezogenen Daten erfasst werden. Weitere Infos dazu findest du in meiner
Datenschutzerklärung und der Datenschutzerklärung von Google