Dienstag, 18. April 2017

Im Hause Longbourn von Jo Baker - Rezension

Im Hause Longbourn von Jo Baker - Rezension

 Verlag: Penguin Verlag
 Seitenzahl: 448
 Preis Taschenbuch: 10€


Handlung:
Sarah lebt als Dienstmädchen im Hause Longbourn bei der Familie Bennet. Mit Mrs. Hills und Polly meistert sie den Haushalt der siebenköpfigen Familie. Sie träumt davon, frei zu sein und nach London zu gehen, doch weiss sie, dass das niemals möglich sein wird. Eines Tages erscheint ein neuer Angestellter, James Smith, der frischen Wind in das Anwesen bringt. Sarah steht von Anfang an auf Kriegsfuss mit ihm und ahnt, dass er etwas verbirgt. Da die fünf Töchter der Bennets, ins heiratsfähige Alter kommen, erscheint immer öfter Ptolemly Bingley, ein Bediensteter von Mr. Bingley, um Briefe vorbei zu bringen. Die weltfremde Sarah, fühlt sich zu dem ungewöhnlichen, weltlichen Mann stark hingezogen, was jedoch weder James noch Mrs. Hills gefällt.
Sarah beschliesst mitten in der Nacht Longbourn zu verlassen und nach London zu gehen, jedoch folgt James ihr und zwischen ihnen beginnt es zu knistern. Als James jedoch kurze Zeit später spurlos verschwindet ist Sarah am Boden zerstört. Und da sie nichts mehr in Longbourn hält, geht sie mit Elizabeth Bennet in deren neues Zuhause bei ihrem Ehemann, Mr. Darcy, um ihr dort zu dienen. Bis sie eines Tages etwas von James hört und beschliesst ihn zu suchen.

Meinung:
Wieder ein wunderschönes, ansprechendes Buchdesign vom Penguin Verlag, das etwas auf die Thematik anspielt. 
Ich muss gestehen, dass ich Stolz und Vorurteil von Jane Austen (noch) nicht gelesen habe, wodurch mit möglicherweise einige Details entgangen sind, ich hatte jedoch auf jeden Fall ein grosses Vergnügen an der Lektüre.
Formal ist das Buch eingeteilt in drei Bände:
Der I Band beinhaltet eine Einführung in das Leben der Angestellten in Longbourn, erzählt von ihrem Alltag ihren Gedanken und Sehnsüchten.
Im II. Band taucht James Smith auf und wirbelt das ruhige, geregelte Leben in Longbourn auf und bringt Sarah völlig durcheinander, bis er auf einmal wieder verschwindet.
Der III Band schliesslich, erzählt von James Vergangenheit in der Armee in Spanien und Portugal und wie er nach England zurückgekehrt ist, nachdem er als Deserteur abgestempelt wurde.
In einem kurzen Finis werden die Leben der Angestellten von Longbourn in der nahen Zukunft kurz portraitiert. 
Ich mochte diese Einteilung sehr gerne, es hat dem Buch eine tolle Struktur gegeben.
Ausserdem wurde in jedem neuen Kapitel ein Zitat aus dem Original (sagt mir wenn ich falsch liege) hinzugefügt, was die grosse Verbundenheit der beiden Bücher betont hat.
Soviel ich weiss werden die Angestellten in Stolz und Vorurteil kaum genannt und man erfährt so gut wie gar nichts über sie. Ich mochte diese Perspektive sehr gerne, weil in solchen Romanen diese Figuren meistens nur am Rande genannt werden und angenommen wird, dass sie kaum ein eigenes Leben führen. 
Ich mochte die verschiedenen Charaktere sehr gern. Die grossen Unterschieden zwischen den oberflächlichen Bennet Töchter und der Angestellten, die ihr Leben jemand anderem widmen. Natürlich war die Geschichte etwas voraussehbar, wie teilweise (vor allem am Anfang) etwas langatmig, das hat mich jedoch nicht weiter gestört und ich hatte grosse Freude an diesem Perspektivenwechsel. 

Fazit:
Eine tolle Idee die gut umgesetzt wurde! Es hatte zwar die eine oder andere Länge doch es ist auf jeden Fall eine gute Lektüre. Ich mochte es unglaublich gerne, dass der Schwerpunkt mal nicht auf den wohlhabenden Teil eines solchen Anwesen gerichtet war, sondern auf den, der das Ganze überhaupt möglich macht und sonst in Büchern kaum erscheint. 

Vielen herzlichen Dank an das Bloggerportal, dass sie mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

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