Donnerstag, 8. Dezember 2016

Der Trafikant von Robert Seethaler - Rezension

Der Trafikant von Robert Seethaler


Handlung: 
Der siebzehnjährige Franz wird von seiner Mutter von dem kleinen Dorf in dem er aufgewachsen ist nach Wien geschickt, um Otto Trsnjek, einem alten Bekannten in seiner Trafik auszuhelfen.
Er ist überwältigt von der Grossstadt, macht die Bekanntschaft mit Sigmund Freud, der ihm bei seinen jugendlichen Sorgen zur Seite steht und lernt seine erste grosse Liebe Anezka kennen. Was er für Erfahrungen und Entwicklungen durchmacht in der Grossstadt möchte ich nicht euch nicht im Voraus verraten..

Hintergrund:
Der Trafikant spielt während der Machtergreifung Hitlers und der Nationalsozialisten in Österreich um 1938, wodurch auch Franz und seine Umgebung in Wien betroffen sind. 

Cover: 
Das Cover ist sehr einfach und ansprechend gestaltet, was gut zu der Story passt. Der junge Mann liest eine Zeitung wie auch Franz das in der Trafik Tag für Tag gemacht und dadurch sein Wissen erweitert hat. 

Vergleich zu der Schachnovelle von Stefan Zweig: 
Erst nach dem Lesen ist mir eine Parallele zwischen der Schachnovelle und der Trafikant aufgefallen. Wer die Schachnovelle gelesen hat, weiss wovon ich spreche, wenn ich "Hotel Metropol" sage. Das Hauptquartier der Gestapo in Wien spielt in der Novelle von Zweig wie auch in der Trafikant eine wichtige Rolle. Falls jemand ein gewisses Interesse verspürt, mehr über dieses Hotel zu erfahren, sollte auf jeden Fall die Schachnovelle lesen. 

Meine Meinung: 
Ich habe dem Buch fünf von fünf Sternen gegeben. Ich konnte es nicht mehr weglegen, der Schreibstil Seethalers und die Geschichte hat mich völlig gefesselt. Es ist die Geschichte eines jungen Burschen der in der Grossstadt erwachsen wird und seine ersten Erfahrungen macht mit der Liebe und dem Leben. Während der Geschichte macht Franz eine unglaubliche Wandlung vom Muttersöhnchen "mit den zarten Händen", zu einem jungen Mann mit eigenen Werten und einer Meinung, die er auch öffentlich zeigt, durch. Ich finde es faszinierend wie ein Mensch sich unter gegebenen Bedingungen so verändern kann. Der Trafikant ist hauptsächlich in der Perspektive des naiven Franz geschrieben, teilweise jedoch auch aus anderen Sichtweisen. Der Schreibstil ist so einfach wie die Geschichte ist, dadurch kann man sich gut mit dem jungen Protagonisten identifizieren. 
Auf jeden Fall eine grosse Empfehlung von mir (und das nicht nur, wegen des blauen Buchschnitts)!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für deinen Kommentar! Bitte beachte, dass beim Absenden eines Kommentars, dieser und deine personenbezogenen Daten erfasst werden. Weitere Infos dazu findest du in meiner
Datenschutzerklärung und der Datenschutzerklärung von Google