Freitag, 9. Dezember 2016

Der Prozess von Franz Kafka - Rezension

Der Prozess von Franz Kafka














Handlung:
Der Prozess handelt von Josef K., der angeklagt wird, ohne jedoch zu erfahren, was der Grund dafür ist.
Er lebt ein Vorzeigeleben, ist anständig und arbeitet als Prokurist in einer Bank. Bei seiner Anklage wird er  unterstützt von seinem Onkel, der ihn zu einem alten Anwalt führt, der jedoch nicht viel für den Prozess macht und ein alter Geschäftskollege empfiehlt ihm ein Gerichtsmaler, der anscheinend viel Wissen darüber hat, wie man einen Prozess in die richtige Richtung wenden kann. Neben dem Prozess, hat er Kontakt mit verschiedenen Frauen, die Anklage führt dazu, dass er sich kaum mehr auf seine Arbeit konzentrieren kann und sich nur noch darüber den Kopf zerbricht. 
Er wird verfolgt von den "erdrückenden" Gängen des Gerichts und wird immer mehr von dem Prozess beeinflusst, bis er kaum mehr arbeiten kann. Die Geschichte geht nicht, wie man es erwartet, mit der Auflösung des Prozesses zu Ende, sondern nimmt ein überraschend abrupten Schluss.

Hintergrund:
Das Werk wurde Anfang des 20. Jahrhundert geschrieben und spielt auch in dieser Zeit in einer erfundenen deutschen Grossstadt.

Aufbau:
Kafka baut in seine Geschichten oft autobiographische Aspekte ein, sowie hier der Name, das Alter und die Beziehung zur Familie des Protagonisten. Seine Arbeit in der Bank und die Motivation dazu, entspricht dem Sohn, der sich Kafkas Vater gewünscht hat. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt; hin und wieder erfährt man die Gedanken und Überlegungen des Protagonisten, allerdings erweisen die sich oft als falsch oder fehlerhaft. Dadurch, dass die Geschichte in der Perspektive von Josef K. geschrieben ist, ähnelt sie einem Krimi; man fiebert als Leser der Auflösung entgegen. Die Charaktere der Geschichte handeln oft absurd und unlogisch;  angefangen bei den beiden Wächter die  Josef in seiner Wohnung bewachen, sie teilen ihm zwar mit, dass er verhaftet ist, jedoch nennen sie ihm nicht den Grund dafür. Die Gerichtsräume, die an grotesken Orten eingerichtet sind und sich durch ihre stickige Luft und die langen scheinbar verwirrenden Gänge auszeichnen. Auch der Onkel, der Herr K. "den Ernst der Lage" erklärt und ihm einem Anwalt vorstellt, der jedoch ausschliesslich über das Gericht und die Angestellten erzählt, statt den Prozess und die Verteidigung voranzutreiben. Schließlich der Künstler, der laut eines Bekannten von Josef weiss, wie er aus dieser Anklage rauskommt, macht drei Vorschläge, die allesamt unnütz und im Grunde nicht sinnvoller sind, als den Prozess durchzustehen. Ein anderer Klient des Advokaten, den er bei Besuch bei diesem trifft, erklärt ihm wie sein bisheriger Prozess, der mittlerweile schon fünf Jahre dauert, abgelaufen ist. Obwohl Josef K. immer wieder überzeugt seine Unschuld betont, wirkt er insgesamt wie ein Schuldiger und nimmt groteskerweise sein Schicksal ohne Wiederrede hin.

Meinung:
Ich lese gerne Werke von Kafka, da sie mir immer einen Denkanstoss geben und auch die typischen Schachtelsätze (die weder den Lesefluss hindern noch die Verständlichkeit stören) gefallen mir gut. Der Prozess wurde nie vollendet und war auch nie für die Veröffentlichung bestimmt, trotzdem ist er gut verständlich und kurzatmig. 
Man kann sich mit den Protagonisten identifizieren und leidet, vor allem bei absurden Stellen mit den Charakteren.  Josef K., hat einen Prozess am Hals aus dem er scheinbar nicht schlau wird. Auf jeden Fall eine Empfehlung meinerseits, für jeden! 

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